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11.287 Corona-Infizierte in Deutschland

Die Fallzahl von jetzt über der psychologischen Marke der Fünfstelligkeit wirkt beeindruckend. Doch in der zweiten Welle, die Deutschland offensichtlich erreicht hat, gehen den zuständigen Organisationen lediglich die Fälle ins Netz, die im Frühjahr nicht auffielen. So das gängige Argument. Damals lagen die Laborkapazitäten nicht bei 1 Million Test pro Woche, sondern lediglich bei 200.000, also nur bei einem Fünftel der heutigen Anzahl.

RKI Briefing vom 22.10.2020

Dieser Einwand sei nur bedingt gültig, schaut man sich die Prozentsätze der neuentdeckten Fälle an, die sich in der Gesamtzahl aller Tests verstecken. Im März und April lag die Zahl der positiven Tests bei um 9 %. Vor 11-12 Wochen lag die Anzahl der positiven Fälle noch unter 1 %. Heute bei gleich bleibender Anzahl von Tests auf hohem Niveau liegen die positiven Fälle bei bereits 3 %. Zu beobachten ist, dass die Zahlen in allen Altersgruppen steigen. In der Gruppe zwischen 15- 59 liegt die Zahl bei 4 % und bei Kindern zwischen 0 und 4 Jahren und bei über 80-Jährigen bei 2,5 %.

Für ganz Deutschland liegt der Wert jetzt bei 56,2 Fällen pro 100.000 im Zeitraum für 7 Tage.

  • Infektionsgeschehen nimmt weiter zu. Doch es besteht noch die Chance, die Ausbreitung zu verlangsamen.
  • AHA + L Regel sollen weiterhin und bitte verstärkt von noch viel mehr Menschen berücksichtigt werden.
  • Für Deutschland sieht das RKI auch die Chance, dass sich SARSV-Co-V2 unkontrolliert ausbreiten kann.
  • Aktuell sind eher noch jüngere Menschen betroffen, was sich in den niedrigen Todesfällen zeigt, die allerdings genau so zunehmen, wie die Aufnahme ins Krankenhaus aufgenommen werden müssen.

Wie verbreitet sich SARS-Co-V2?

Der RKI-Chef zeigt heute noch einmal eine Grafik, welches Infektionsumfeld sich SARS-Co-V2 aussucht. Aufgeschlüsselt nach Orten und Anlässen zeigt die Grafik deutlich, dass sich die meisten Menschen im privaten Umfeld anstecken.

Es kommt im privaten Umfeld zu vielen Ansteckungen. Dort sind wir eng beieinander. Das Virus muss allerdings erst einmal in den Haushalt Einzug halten. Das passiert vor allem im Rahmen von Feierlichkeiten im privaten und öffentlichen Raum.

Prof. Lothar H. Wieler beim Briefing am 22.10.2020

Das Coronavirus verbreitet sich dort, wo mehrere Menschen zusammenkommen. Dabei ist vor allem ein längerer Kontakt in Innenräumen ausschlaggebend. Tatsächlich wurde bereits mit dem Aufkommen der Theorie rund um die Verbreitung des Virus durch Aerosole im Mai darüber berichtet.

Quelle: RKI.de

Tatsächlich stellt sich damit die Frage, wie wirksam derzeitige Maßnahme oder gar ein Lockdown wäre. Denn diese Maßnahmen wirken nicht automatisch in den Umfeldern, die hier beschrieben werden.

Noch einmal Aerosole

Ein japanischer Supercomputer hat zudem gezeigt, dass Feuchtigkeit einen großen Einfluss auf die Dispersion von Viruspartikeln haben kann, was auf ein erhöhtes Ansteckungsrisiko für Coronaviren in trockenen Innenräumen während der Wintermonate hinweist. (Reuters)

Die daraus folgende Studie zeigte auch, dass klare Gesichtsschutzschilde nicht so wirksam sind wie Masken, um die Ausbreitung von Aerosolen zu verhindern. Andere Ergebnisse zeigten, dass die Gäste von Menschen auf ihrer Seite stärker gefährdet sind als auf der anderen Seite des Tisches, und die Anzahl der Sänger in Chören sollte begrenzt und verteilt sein.

Besser aufgestellt als im Frühjahr

Das Virus kommt wieder ein und wird sich absehbar auch in Alten- und Pflegeheimen erneut verbreiten. Natürlich sind diese Gesundheitseinrichtungen besser vorbereitet als noch im Frühjahr. Derzeit infizieren sich mehrheitlich jüngere Menschen. In der Folge kommt es zu weniger Einlieferungen in Krankenhäuser, was auch die Zahl der Beatmungsfälle

Die jüngeren sind derzeit die, die dem Virus am stärksten ausgesetzt sind.

Prof. Lothar H. Wieler beim Briefing am 22.10.2020

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Die Anwesenheit des Internets als exogene Quelle für Veränderung und Wandel lässt die Gesundheitsbranche bedrohlich, unangenehm und teils überfordert aus der Stresstoleranz kippen. Deshalb findet man Frank Stratmann im Netz unter dem Pseudonym betablogr.
Mein Zeitgeschenk an Sie oder Dich. Ein Moment Aufmerksamkeit und Meinungsaustausch für Deine Themen. Gern als erste Kontaktaufnahme.

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