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Homeschooling und Bisoziation

Kurze Rede, langer Sinn (tl;dr)
Versuche doch selbst einmal aktiv, Assoziationen zu bilden. Vielleicht sogar Bisoziationen, um nicht bei dem zu bleiben, was Du schon weißt. Verbinde unterschiedliche Wissensbereiche miteinander.

Oder wie wir uns der Frage, was leisten Fotografien und Grafiken im Homeschooling genährt haben

Wir haben nur noch 4 Tage Homeschooling vor uns. Die Sommerferien sind in Reichweite. Heute war unter anderem Deutschunterricht und es ging darum, Argumente zu finden, was Grafiken und Fotografien leisten.

Warum ich davon erzähle? In den letzten Tagen habe ich mich viel mit bidirektionaler Vernetzung von Informationen und assoziierendem Denken und der damit ermöglichten bisoziativen Kreativität beschäftigt. Und so diskutierte ich heute beim Frühstück mit K2, warum Erdkunde-, Mathematik- und Deutschunterricht nicht zeitgleich oder zumindest besser aufeinander abgestimmt durchgeführt werden. Vielleicht sogar als gemeinsames Projekt.

Derzeit geht es in der 5. Klasse Erdkunde um Niederschlagsmengen und wie diese gemessen werden. In Mathematik werden Volumen von unterschiedlichen Körpern bzw. Gefäßen und Räumen errechnet. Und in Deutsch lautete die Hausaufgabe für heute, sich Gedanken darum zu machen, was Grafiken und Fotografien leisten. Dazu sollten Argumente gefunden und formuliert werden. Wie spannend es doch wäre, diese Wissensbereiche miteinander zu verbinden.

Damit nähern wir uns dem, was Fotografie und Grafik leisten.

In Deutsch wurde ein der Erkunde nahes Thema angeboten. Der Vulkan. Für die Fragestellung wurde das Bild eines speienden Vulkans gewählt. Außerdem eine Grafik, die den Querschnitt eines Vulkans zeigte.

Mir geht es heute nicht um die Lösung der Hausaufgabe, sondern um den Weg, den wir dahin beim Homeschooling genommen haben. Denn wir haben uns etwas Zeit genommen, die Diskussion vom Frühstückstisch noch einmal aufzunehmen und so kamen wir ins Philosophieren darüber, was Fotografie und Grafik zunächst unterscheidet, dann was die jeweilige Gattung leistet und zum Schluss, was uns das lehrt. Ich habe diese Auseinandersetzung genossen und mir die Besonderheiten selbst – zwischen Instagram- und Illustrationsarbeiten – noch einmal klar gemacht.

Grafik eines Vulkans
Vulkan als sinnliche Bilderfahrung

Die Freude an der Bisoziation

Besonderen Spaß hatte ich dabei, K2 die richtigen Fragen zu stellen, damit er ins Denken kommt und die Hausaufgabe nicht einfach nur erledigt, sondern sich beginnt, aktiv damit auseinanderzusetzen. Wir haben assoziiert und noch andere Beispiele von Fotografien dazu genommen. Darunter auch dieses berühmte Foto, das ich nur verlinke. Die Frage, was an diesem Foto schön sein konnte, war gar nicht so einfach zu beantworten.

Alles in allem hat das einen Moment gedauert und genau das ist es, was wir nicht vergessen sollten. Informationen sind heute allgegenwärtig. Sie rufen nach Aufmerksamkeit, ja schreien uns manchmal an. Vor allem in Sozialen Medien oder denke mal an die Überschriften in Newsportalen.

Hausaufgabe für Dich

Versuche doch selbst einmal aktiv, Assoziationen zu bilden. Vielleicht sogar Bisoziationen, um nicht bei dem zu bleiben, was Du schon weißt. Verbinde unterschiedliche Wissensbereiche miteinander. So wie wir das heute beim Homeschooling gemacht haben und den Vulkan mit dem Vietnamkrieg verknüpften.

Ergebnisse unserer Homeschooling Hausaufgabe

Eine Grafik, …

  • kann mit Informationen angereichert werden
  • kann detaillierte Zusammenhänge sichtbar machen
  • bietet einen Eindruck vom Ganzen

Eine Fotografie, …

  • bemüht unsere Sinne (Gestank, Hitze oder Angst und Mitgefühl)
  • bringt uns der Realität etwas näher
  • vermittelt das Hässliche und das Schöne und manchmal aus beides gleichzeitig
  • friert einen bestimmten Augenblick der Geschichte ein und macht ihn damit unvergänglich.

Bisoziation

Übrigens.Bisoziation bezeichnet den kreativen Vorgang der Verknüpfung von Begriffen, Bildern oder Vorstellungen aus unterschiedlichen begrifflichen Bezugsrahmen. Der Begriff wurde von Arthur Koestlerin seinem Werk The Act of Creation (1964; deutsch: Der göttliche Funkein Anlehnung an das Wort Assoziation eingeführt und gilt heute als ein Grundbegriff in der Kreativitäts­forschung.

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