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Was brauchst Du von der Politik?

So drängen wir neue Regierungskonstellationen und die demokratische Opposition in die reaktionäre Rolle, unseren Negativbedürfnissen entsprechen zu wollen.

Marshall B. Rosenberg rät uns, eine Bitte, die sich am eigenen Bedürfnis orientiert nicht defizitär zu formulieren. Wir sollten darum bitten, was wir brauchen und weniger formulieren, was wir nicht wollen. Der Anreiz, uns zu entsprechen – z.B. für sich neu konstituierende Bundestages heute und in der Zukunft – ist dann einfacher.

Ich lese hier viel darüber, was Ihr in der Folge des Wahlergebnisses von gestern nicht erleben wollt. Das überträgt sich in seiner Summe als Petition auf das ganze Land und unsere Gesellschaft.

Bitte bedenkt – und Danke an dieser Stelle an Marc, der bei sich im Profil eindrücklich auf die Folgen der allernorts geäußerten Geringschätzung mit Blick auf die Kommunikation des Wahlergebnisses hingewiesen hat – bitte bedenkt, dass ein sich nachträgliches Wünschenwollen, es wäre anders gekommen, nichts dazu beiträgt, wie es werden wird. Jede Nennung dessen, was nicht wünschenswert ist, zahlt ein auf das, was ihr dann kriegt, aber gar nicht wollt.

Wir werden eher aussprechen müssen, was wir brauchen, damit dieses Land nach unseren Vorstellungen wäschst. Daran sollten sich die Politikerinnen und Politiker orientieren, die wir gestern in das demokratische Amt gehoben und damit befähigt haben, unsere Bedürfnisse zu hören.

Wir sollten darauf verzichten, betonen zu wollen, worauf wir verzichten wollten, wenn es um die Dokumentation des Unwillens geht, das Ergebnis von gestern zu akzeptieren. So drängen wir neue Regierungskonstellationen und die demokratische Opposition in die reaktionäre Rolle, unseren Negativbedürfnissen entsprechen zu wollen. Ändern wird sich dann nichts. Im Gegenteil. Wir selbst sind es, die es dann nur schlimmer machen.

Was wünscht Du Dir heute konkret?

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Die Anwesenheit des Internets als exogene Quelle für Veränderung und Wandel lässt die Gesundheitsbranche bedrohlich, unangenehm und teils überfordert aus der Stresstoleranz kippen. Deshalb findet man Frank Stratmann im Netz unter dem Pseudonym betablogr.
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