Der Digitalpakt von morgen und die Jugend von heute

Es war so still im Abteil und dann kamen diese vier kleinen Mädchen, um leidenschaftlich zu diskutieren, wie die aktuellen Hausaufgaben im Fach Deutsch zu erledigen sind. Nach ca. 5 Minuten beruhigten sich die Verhandlungen und bei leicht wackelnder Fahrt des Regionalexpresses fließen die Aufgaben konzentriert durch Füllhalterfedern zu Papier.

Fast will man hoffen, dass es so idyllisch bleibt. Ein wenig klingt in mir noch der alte Vorwurf: Hausaufgaben macht man nicht im Bus. Doch heute wird der Digitalpakt beschlossen und ich bin gespannt, ob wir es schaffen, die Lernkultur der Schüler um das digitale Szenario bestmöglich zu ergänzen. Oder vergraben sich die vier jungen Damen bald schon hinter ihren Tablets? Wo machen Schüler demnächst Ihre Hausaufgaben? Gibt es dann noch Hausaufgaben?

Ich bin ziemlich sicher, dass sich die gegenseitige Unterstützung der Schüler untereinander im Quartett noch stärker etabliert und sich diese medienkompetenten Ladies eine digitale Ebene geben, die Lernen angenehmer macht als zu meiner Schulzeit. Die Organisation von Lerngruppen, die sich virtuell erweitert, halte ich für einen spannenden Aspekt. Niemand braucht Angst zu haben, dass die Mädels sich in ihrem Kinderzimmern einsperren und nur noch mit dem Tablet kommunizieren. Wir werden einen sinnvollen Weg finden. Ich bleibe Optimist für die Zukunft. Die vier Schulmädchen widmen sich derweil dem deutschen Präteritum.

Schon an der nächsten Station war der Spuk vorbei. Wer negativ argumentieren wollte, dass die Schülerinnen jetzt schon Getriebene sind, würde dafür sicher Anhänger finden. Ich gehöre nicht dazu. Denn ich habe die Situation und diese positive Energie gespürt, die von drüben zu mir herüber wehte. So dynamisch unschuldig. Einfach Großartig.

Als nächstes besetzen dann zwei Jungs um die 15 oder 16 Jahre die Sitzbänke vis-à-vis und übten sich – während eines krächzenden HipHop-Loops aus dem tragbaren Bluetooth Lautsprecher im Skatspielen. Immer dieser Jugend.

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Die Anwesenheit des Internets als exogene Quelle für Veränderung und Wandel lässt die Gesundheitsbranche bedrohlich, unangenehm und teils überfordert aus der Stresstoleranz kippen. Deshalb findet man Frank Stratmann im Netz unter dem Pseudonym betablogr.

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