Die Vollbremsung von Wanne Eickel

Gestern vor Wanne-Eickel eine Vollbremsung, die mich und alle Mitreisenden in Tiefe Demut stürzen sollte.

Der #IC2217 hüpfte als sei er entgleist. Wir bleiben außerplanmäßig in WanneEickel stehen. Dann die Durchsage: „Nach dem Fastzusammenstoß mit zwei kleineren Mädchen, brauche der Zugführer einen Moment zum Verschnaufen, bis es weiter geht.“ Niemand schimpft. Eine gespenstige Stille legt macht sich breit. Alle Fahrgäste bewahren Ruhe. Auch als die zweite Durchsage kommt und der Lokführer aufgrund seiner Verfassung nicht mehr weiterfahren kann und auf Ersatz gewartet wird.

Der Zug musste noch bis Stuttgart und ich habe mich gefragt, wie ich als Zugreisender in Mannheim auf das Display des DB-Navigators schaue und feststelle, dass mein Zug 60 oder 90 Minuten Verspätung hat. Wie oft ertappen wir uns, dass eine Meldung Personen im Gleis vielleicht nur eine Ausrede für Managementversagen sein könnte. Seit gestern werde ich so nicht mehr denken.

Mit einem Klos im Hals schreibe ich heute, fast 24 Stunden danach diese Zeilen. Und ich frage mich, wie viel Transparenz erwarte ich eigentlich von der Deutschen Bahn? Alles Gute dem unbekannten Lokführer. Und natürlich den Kindern und ihren Eltern, die sicher noch einen ganz anderen Schreck zu verdauen haben.

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Die Anwesenheit des Internets als exogene Quelle für Veränderung und Wandel lässt die Gesundheitsbranche bedrohlich, unangenehm und teils überfordert aus der Stresstoleranz kippen. Deshalb findet man Frank Stratmann im Netz unter dem Pseudonym betablogr.

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