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Ehrenpflegas ist keine Werbung für den Pflegeberuf

Frank Stratmann

Wer hier im Blog gelegentlich vorbeischaut oder mir in sozialen Medien folgt, hat vielleicht bemerkt, dass ich zu einer eher positiven Resonanz beim Projekt Ehrenpflegas gekommen bin. Der Shitstorm leibt aus, was sicher mit meiner mangelnden Relevanz in der Szene zu tun haben dürfte. Doch der folgende Tweet hat mir noch einmal deutlich gemacht, warum Ehrenpflegas keine Werbung für den Beruf der Pflege sein kann. Das hatte ich im erwähnten Blogpost bereits herausgearbeitet, wird aufgrund der Gegenrede allerdings noch einmal deutlicher.

Dem großgeschriebenen ABER möchte ich folgendes entgegnen: Die Miniserie Ehrenpflegas auf YouTube ist eine Idee des Bundesministeriums für Familien-, Senioren-, Frauen- & Jugend. Und wie ich im Tweet schon sage. Ich halte es für eine zentrale Aufgabe dieses Ministeriums, sich um die teils große Perspektivlosigkeit vieler junger Menschen zu kümmern. Im eingangs erwähnten Blogpost vom Wochenende beschreibe ich das ja wie folgt.

Der Serie geht es darum, eine ganz bestimmte Peer-Group in der jüngeren Schicht unserer Gesellschaft zu zeichnen und zu erreichen.1 Und dieses Anliegen ist legitim. Denn wir wissen seit vielen Jahren, dass die Orientierungslosigkeit der Jugend nicht rein selbstverschuldet ist. Da wäre zum Beispiel die Vielfalt an Möglichkeiten, die unsere Gesellschaft jungen Menschen bietet und gleichzeitig suggeriert, dass jede Festlegung eine Reduktion dieser Möglichkeiten erzwingt. Diesem gesellschaftlichen Trend etwas entgegenzusetzen ist eine Aufgabe, die ich als Bürger und Wähler dem von Franziska Giffey geführten Ministerium sogar abverlange.

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Ehrenpflegas sind nur ein Mosaikstein

Das Bundesministerium für ist Teil der Konzertierten Aktion Pflege, die sich gemeinsam mit Arbeitsminister und Gesundheitsminister um die Verbesserungen kümmern soll. Wie gut das gelingt werden wir sehen. Eines ist aber sicher. Die Missstände im Beruf Pflege sind nicht mit Aktionismus zu lösen. Ehrenpflegas ist auch nicht originär ein Vorhaben dieser konzertierten Aktion, doch dürfen wir die Miniserie auf YouTube als Mosaikstein dazuzählen.

Junge Menschen, die aufgrund der Machart und der Witzigkeit doch einfach mal rüberschielen in die Option Pflegeberuf wären ein Gewinn. Deshalb sind auch jene Wortmeldungen ungültig, die sich auf die drei Serienhelden stürzen und sie als Prototypen für den Pflegeberuf ablehnen. Darum geht es nicht.

Es geht darum, jungen Menschen Orientierung durch Inspiration zu geben. Mehr nicht. Insofern man sich streiten könnte, wie hoch das Budget war. Ob die Macher von Fuck ju Goethe der richtige Partner waren. Und so weiter. Und so weiter. Und deshalb noch einmal: Ehrenpflegas sind keine Werbung für den Pflegeberuf.

Quellen

1 Den Artikel Ehrenpflegas habe ich am Wochenende geschrieben, nachdem ich mehrmals die Miniserie angesehen habe und einige Stunden darüber nachgedacht habe.

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Die Anwesenheit des Internets als exogene Quelle für Veränderung und Wandel lässt die Gesundheitsbranche bedrohlich, unangenehm und teils überfordert aus der Stresstoleranz kippen. Deshalb findet man Frank Stratmann im Netz unter dem Pseudonym betablogr.

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