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Finanzierung unseres Gesundheitssystems unter dem Einfluss von Corona

Gehen die Deutschen zu oft zum Arzt? Benötigen wir teure Reservekapazitäten? Professor Jürgen Wasem, Gesundheitsökonom an der Universität Duisburg-Essen, blickt auf die Auslastung und die Finanzierung unseres Gesundheitssystems unter dem Einfluss der Corona-Pandemie.

Quelle: Professor Wasem zur Finanzierung unseres Gesundheitssystems

Dem Wissenschaftler zufolge verzeichnen wir während Corona nicht nur weniger planbare Hüft-OPs und Knie-OPs, sondern auch weniger Herzinfarkte und Schlaganfälle. Ärzte verweisen vor allem bei akuten Fällen auf die Angst der Menschen, ins Krankenhaus oder zum Arzt zu gehen.

Die jetzt so wichtigen Reservekapazitäten seien in der Vergangenheit widerwillig mitfinanziert worden. Die Krankenhäuser hätten diese Finanzierung über zusätzliche Leistungen generiert.

Auch zu den bis zu 18 Arztkontakten pro Versicherten pro Jahr äußert sich Wasem. Für ihn liegt es auf der Hand, dass pädagogisch eingegriffen wurde. Mit Patienten die möglichst jedes Quartal wiederkommen, löst eine Arztpraxis die Quartalspauschale. Das gelte auch für privat Versicherte Patientinnen und Patienten. Die sind per se ein Garant für gute Umsätze der Arztpraxen.

Insofern ist für mich die Frage, wie wir unsere Vergütungssysteme reformieren, um etwas weniger Druck auf das Wiederkommen und das ständige Leistungerbringen auszuüben.

Prof. Jürgen Wasem

Im Gespräch, dass Du auf YouTube findest, wird auch dazu diskutiert, ob steigende Staatszuschüsse zum Gesundheitswesen eine neue Diskussion über das Mitspracherecht des Staates bei bislang bei den Gesundheitsakteuren selbst gelagerten Themen auslösen könnte.

Je höher der Staatszuschuss zur GKV ist, umso mehr will der Staat mitregieren.

Prof. Jürgen Wasem

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Die Anwesenheit des Internets als exogene Quelle für Veränderung und Wandel lässt die Gesundheitsbranche bedrohlich, unangenehm und teils überfordert aus der Stresstoleranz kippen. Deshalb findet man Frank Stratmann im Netz unter dem Pseudonym betablogr.
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