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Fortbildungen mit Fokus auf Zukunftsmedizin sind die Brücken für eine menschliche und digital gestützte Gesundheitsversorgung

Hinsichtlich der kulturellen, organisatorischen und vor allem befähigenden Aspekte des Digitalen legen Ärztinnen und Ärzte derzeit wenig Wert auf Fortbildungen. Seit Sommer 2021 inspiriere ich als Beirat die Entscheidungen der Healthcare Education GmbH.

Unternehmungen, die sich unabhängig auf eine Förderung digitaler Intelligenz von Gesundheitseinrichtungen als Bildungsauftrag verstehen, sind noch selten. Digitale Medizin widerspricht nach wie vor der ärztlichen Routine. Zwar sind in den letzten beiden Jahrzehnten immer mehr elektronische und digitale Szenarien in der Arztpraxis angekommen. Diese Szenarien sind für Ärztinnen und Ärzte leider eher eine Zumutung, da sie in der Elektrifizierung stecken bleiben und eher umständlich zu integrieren sind. Lösungen kommt in der Regeln von außen, werden teilweise von der Politik vorgegeben oder passen nicht zu den Routinen medizinisch veranlasster Begegnungen der rein analogen Art.

Digitalität gehört zum peripheren Geschehen und ist kaum als Haltung einer Arztpraxis zu erkennen. Es besteht zwar manchmal ein ausgeprägter Fetisch für Medizintechnik. Bei der Nutzung von Medizintechnik kommt man um das Digitale natürlich nicht herum. Die Sicherstellung eines zeitgemäßen Gesundheitsgeschehen setzt jedoch zunehmend das Mediale mit voraus. Die Frage ist, ob diese Einsicht als Imperativ oder als Chance verstanden wird.

Hinsichtlich der kulturellen, organisatorischen und vor allem befähigenden Aspekte des Digitalen legen Ärztinnen und Ärzte derzeit wenig Wert auf Fortbildungen. Oft wird es als wenig lohnenswerte Ausgabe verbucht. Computerspiele nannte das die KV Baden-Württemberg neulich. Sich im Besonderen der digitalen Medizin zuzuwenden wird als aufwendig und lästig empfunden. Das ändert nichts an der Tatsache, dass sich die Verhältnisse ändern und sich Gesundheitsbeziehungen wandeln.

Neue Marke im Fortbildungsmarkt für ein digitaleres Gesundheitsgeschehen

Vor Kurzem startete die Healthcare Education GmbH als Joint Venture zweier etablierter Player im medizinischen Fortbildungsmarkt. Das Unternehmen bietet künftig Wissensvermittlung auf höchstem Niveau bei der Unterstützung der Digitalisierung von Klinik und Praxis. Seit der Neugründung bringe ich meine Expertise aus fast zwanzig Jahren Erfahrung in der Arbeit mit Ärztinnen und Ärzte ein. Als Beirat der Healthcare Education GmbH inspiriere ich künftig die Entscheidungen der Geschäftsführung.

Dabei konzentriere ich mich auf die schon bei der Entwicklung individueller Mentoring Programme für Praxen wichtigsten Handlungsfelder.

  • Gesundheitsgesellschaft,
  • Gesundheitsbeziehungen und
  • Gesundheitskompetenz

Diese Megatrends sind zugleich Prinzipien, die sowohl eine analoge als auch eine – infolge der Digitalisierung – mediale Herausforderung für Gesundheitseinrichtungen aller Fachbereiche beinhaltet. Digitalität als Haltung.

Digitalität bezeichnet das Wesen der auf digital zur Verfügung stehenden Lösungen der auf Medien und Technologien basierenden zwischenmenschlichen Beziehungen; auch unter Berücksichtigung von Objekten wie dem Smartphone, Sensoren und zunehmend auch Algorithmen, die den Alltag des Gesundheitsgeschehens erreichen.

Digitalität bezeichnet im Gegensatz zum Prozess der Digitalisierung oder der digitalen Transformationen eine Einstellung zum Digitalen. Damit finden sodann auch soziale und kulturelle Praktiken Berücksichtigung.

Der Paradigmenwechsel hat vor mehr als einer Dekade begonnen. Handlungsfelder, die sich aus den 3G-Prinzipien ergeben, sind unter anderem die Anerkennung der Patienten-Community, zu der jede Arztpraxis und jedes Krankenhaus ein aufgeschlossenes Verhältnis im Sinne seiner sozialen Verantwortung pflegen sollte. Dieser Community kann dialogorientiert begegnet werden. Auch das Geschäftsmodell Arztpraxis wird sich künftig stärker verändern. Vor allem muss eine Arztpraxis aus seiner rein intuitiven Auseinandersetzung mit dem Markt herausfinden. International inspiriert entwickelt sich die Arztpraxis weiter zum Concierge Modell, das sich an zeitgemäßen Bedürfnissen der Menschen orientiert, die um Hilfe in gesundheitlichen Fragestellungen bitten. Die ersten Arztpraxen verlassen bereits die heute noch stark konditionierten Routinen und entwickeln sich zu selbstlernenden Gesundheitseinrichtungen. Dazu braucht es selbstverständlich etwas, das häufig unter dem Begriff (neues) Mindset („Geisteshaltung“) diskutiert wird. Ziel ist es, sich als Arztpraxis von techno-logischen Imperativen und politischen Zwängen zu empanzipieren. Eben eine Haltung zur Digitalität zu entwickeln, was die aktive Auseinandersetzung mit dem Markt („Gesundheitsmarkt“) voraussetzt. Das Geschäftsmodell Arztpraxis wird sich noch einmal weiterentwickeln. Krankenhäuser rücken die Kommunikation näher an die Leistungserbringung heran oder entdecken die medialen Möglichkeiten als Tugend im Sinne einer neuen Versorgungskommunikation.

Digitale Kompetenz brauchen nicht nur Menschen, Bürger, Versicherte und Patient°innen

Das aktuelle Gutachten des Sachverständigenrats Gesundheit stellte klar:

Alle Beteiligten (Gesundheitsakteure) müssen im Rahmen der Digitalisierung über digitale Gesundheitskompetenz (eHealth literacy) verfügen, um ein digital transformiertes partizipatives Gesundheitssystem zu schaffen und die Versorgung langfristig zu verbessern.

Gelegentlich berichtet dieses Blog also künftig über die Aktivitäten der Healthcare Education GmbH. Nutzen Sie außerdem die thematische Nähe zu den Mentoring Programmen von SMARTR.care, die eine individuelle Möglichkeit des Upskillings für Ärztinnen, Ärzte und ihre Teams bieten. Alle Angebote verpflichten sich den Prinzipien und dem Wertegefüge Mensch, Medizin und Markt.

Nutzen Sie gern mein Zeitgeschenk, um sich aktiv mit mir über Ihre Themen auszutauschen. Es liegt für alle Ärztinnen, Ärzten, Praxismanager°innen und Kommunikationsteams aus Klinik und Krankenhaus griffbereit in meinem Kalender. Gehen Sie diesen ersten Schritt auf der Brücke hin zu mehr Digitalität. Ich freue mich auf den Austausch mit Ihnen.

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Die Anwesenheit des Internets als exogene Quelle für Veränderung und Wandel lässt die Gesundheitsbranche bedrohlich, unangenehm und teils überfordert aus der Stresstoleranz kippen. Deshalb findet man Frank Stratmann im Netz unter dem Pseudonym betablogr.
Mein Zeitgeschenk an Sie oder Dich. Ein Moment Aufmerksamkeit und Meinungsaustausch für Deine Themen. Gern als erste Kontaktaufnahme.

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