Ich habe mich sehr gefreut, mit einem Statement im heute erscheinenden +3 Magazin mitgewirkt zu haben. Das Journal ist eine Beilage von Süddeutsche Zeitung. Hier mein Kommentar in ganzer Länge.

Wie passen Internet und Gesundheit zusammen? Das Gesundheitswesen ist online. Zahlreiche Innovationen werden im klinischen Alltag bereits eingesetzt. Zugegeben, noch zurückhaltend, aber immerhin. Wir sprechen gern von Telemedizin oder e-Health. Die unterschätzte Dimension ist die schleichende Renaissance der „sprechenden Medizin“. Die am Gesundheitsgeschehen Beteiligten zeigen sich digital vernetzt. Wenn Märkte Gespräche sind, dann gilt das erst recht für den Gesundheitsmarkt.

Das Arzt-Patienten-Verhältnis wird sich neu erfinden. Der gesellschaftliche Diskurs, wie wir mit unseren Daten umgehen, ist in vollem Gange. Eine Messbarkeit von Qualität geht nur über Daten. Big Data lässt grüßen. Ein anachronistisch anmutendes Fernbehandlungsverbot gilt bereits als überwunden.

Der erste gesetzliche Versicherer setzt auf Online-Videosprechstunde. Aufzuhalten ist das nicht mehr. Internetmedizin ist da. Sie wirkt im dritten Gesundheitssektor, dem Alltag der Menschen. Deutsche Start-ups zeigen, dass eine digitale Therapie bei Krankheiten wie Tinnitus und Amblyopie möglich ist. Das Smartphone wird zum Medizinprodukt. Krankenkassen bezahlen.
Die Gesundheitswirtschaft selbst erwacht aus dem analogen Dornröschenschlaf. Forderungen werden laut, dem Innovationsdrang der deutschen Health-Start-ups Rechnung zu tragen. Ihnen soll der Weg ins deutsche Gesundheitswesen geebnet werden, betonte jüngst der Bundesgesundheitsminister. Helfen muss es.

Hermann Gröhe im selbigen Magazin – Chancen der Digitalisierung für eine bessere Patientenversorgung