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Jens Spahn doch der bessere Parteichef?

Als Jens Spahn und Armin Laschet am 25.02.2020 gemeinsam vor die Bundespressekonferenz traten und der amtierende Bundesgesundheitsminister seine Unterstützung für Armin Laschet bekundete, um damit auf eine erneute eigene Kandidatur für den CDU-Vorsitz zu verzichten, dachte ich bei mir: Was für ein Fuchs.

Damals, gut einen Monat vor den durchgreifenden Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus (kleiner Lockdown) war mir klar, dass der Minister wusste, was er da tat. Ein parallel zur Pandemie zu führender, interner Wahl- und Machtkampf um den Vorsitz der Christdemokraten erschien wenig plausibel und still habe ich Jens Spahn zu diesem Schritt gratuliert. Zum einen, weil er es offensichtlich schafft, in kniffeligen Situationen Prioritäten zu setzen. Aber auch, weil er taktisch gedacht haben dürfte, mittelfristig von einem gelingenden Krisenmanagement zu profitieren.

Ich habe mich damals gewundert, dass keine Redaktion dahingehend spekulierte. Man zeigte sich eher verwundert und erinnerte sich an seine Rolle einige Monate zuvor, als er hinsichtlich seiner Chancen gegen Friedrich Merz und Annegret Kramp-Karrenbauer das Nachsehen hatte. Heute muss man ihm zugestehen, auch mit der einst aussichtslosen Kandidatur alles richtig gemacht zu haben.

Die Dimension der Coronapandemie war Ende Februar nur wenigen geläufig. Auch Redaktionen hofften auf ein schnelles Wunder oder wollten sich nicht in Spekulationen verrennen. Doch jetzt scheint man aufzuwachen. Das Kalkül für den Minister scheint aufzugehen. So schreibt der Spiegel in einem aktuellen Artikel:

Ein Gespenst geht um in der CDU. Es taucht in diesen Tagen auf, sobald sich in Berlin-Mitte zwei, drei oder mehr Bundestagsabgeordnete treffen. Es taucht in der Provinz auf, wenn dort Christdemokraten miteinander reden. Das Gespenst taucht auf, wenn das Gespräch auf den Parteitag Anfang Dezember kommt, es ist gerade überall und nirgends, sein Name ist Jens Spahn. Er steht nicht zur Wahl, doch viele halten Jens Spahn für den besten Parteichef. Auch weil er den Weg für einen Kanzlerkandidaten Markus Söder frei machen könnte.

Kampf um Parteivorsitz: Mehrere CDU-Politiker fordern Spahn zu Kandidatur auf – DER SPIEGEL – Politik

In 2017 durfte ich in einem Statement für die DeviceMed die Frage aufwerfen, wer der nächste Bundesgesundheitsminister wird. Wir erinnern uns. Die Koalitionsverhandlungen damals gestalteten sich schwierig. Im Hintegrund spekulierte ich, Jens Spahn könne das Rennen machen. Ganz ernst nahm man das nicht und doch genau so kam es. Ob sich daraus schon eine Weisheit ableiten lässt, die derzeitige Situation betreffend, kann ich nicht sagen. Will ich auch nicht. Aber auszuschließen ist derzeit nicht, dass Jens Spahn den CDU-Vositz im Dezember 2020 übernehmen könnte. Ich werde hier im TICKR berichten.

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Die Anwesenheit des Internets als exogene Quelle für Veränderung und Wandel lässt die Gesundheitsbranche bedrohlich, unangenehm und teils überfordert aus der Stresstoleranz kippen. Deshalb findet man Frank Stratmann im Netz unter dem Pseudonym betablogr.
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