Jens Spahn sorgt für Unmut unter Koalitionären und dem Häufchen Elend, das sich Opposition nennt. Mit seinen Äußerungen zu den seiner Meinung nach gestaltbaren Ernährungsgewohnheiten der Fraktion der Hartz IV Empfänger kümmert sich der neue Bundesgesundheitsminister um einen Eckpfeiler für eine gesunde Lebensführung.

Sogar Krankheiten – auch den chronischen – lässt sich mit Maßnahmen rund um Essen und Trinken therapeutisch begegnen. Klingt fast so, als habe Jens Spahn seine Arbeit aufgenommen und orientiere sich dabei am Grundbedürfnis, das basale Gesundheit verspricht.

Im Zusammenhang mit der Diskussion um den zwischenzeitlichen Aufnahmestopp für Ausländer bei der Essener Tafel hatte Spahn gesagt, auch ohne die Tafeln müsse hierzulande niemand hungern. Deutschland habe „eines der besten Sozialsysteme der Welt“. Hartz IV bedeute nicht Armut, sondern sei die Antwort der Solidargemeinschaft auf Armut. (spiegel.de)

Quelle: spiegel.de

Dabei gab es die Solidargemeinschaft schon vor den Hartz Gesetzen. Schließlich verweist §1 des SGB V auf die Solidargemeinschaft. In sofern Jens Spahn vielleicht gedacht hat, Hartz IV lindert den Hunger. Den Rest an Mangelerscheinung durch fehlgeleitete Ernährungsgewohnheiten könnten ja die Krankenkassen ausgleichen. Sie sind dazu schließlich verpflichtet. Denn …

Die Krankenversicherung als Solidargemeinschaft hat die Aufgabe, die Gesundheit der Versicherten zu erhalten, wiederherzustellen oder ihren Gesundheitszustand zu bessern. Das umfasst auch die Förderung der gesundheitlichen Eigenkompetenz und Eigenverantwortung der Versicherten. Die Versicherten sind für ihre Gesundheit mitverantwortlich; sie sollen durch eine gesundheitsbewusste Lebensführung, durch frühzeitige Beteiligung an gesundheitlichen Vorsorgemaßnahmen sowie durch aktive Mitwirkung an Krankenbehandlung und Rehabilitation dazu beitragen, den Eintritt von Krankheit und Behinderung zu vermeiden oder ihre Folgen zu überwinden. Die Krankenkassen haben den Versicherten dabei durch Aufklärung, Beratung und Leistungen zu helfen und auf gesunde Lebensverhältnisse hinzuwirken.

Quelle: §1 SGB V auf dejure.org

Wenn die Aufgabenvielfalt der Krankenkassen die Förderung der Eigenkompetenz und Eigenverantwortung umfasst, um zu einer gesundheitsbewussten Lebensführung beizutragen, schlussfolgern wir: Jens Spahn könnte alles, was Verhungern verhindert, als gesunde Ernährung verstehen. Hartz sichert das Überleben. Kostenträger zur Kompensation möglichen Fehlverhaltens wären dann die Krankenkassen.

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