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Mens sana in corpore sano

Deshalb plädiere ich, der Leistungssport möge als Vorbild für mentale Arbeit auf die Gesellschaft von Morgen zurückwirken und sich nicht selbst vergessen von der Menschenwürde verabschieden.

Nicht nur einer von 80 Millionen Bundestrainern wird sich sicherlich bald dazu hinreißen lassen, Peer Mertesacker und alle die anderen, die über Leistungsdruck im Profifußball klagen, in die Nationalmannschaft der Weicheier zu berufen.

Aus nachvollziehbaren Gründen sind es genau diese Menschen, die den unmenschlichen Leistungsdruck verursachen, ja sogar verstärken. Die mentale Selbstverpflichtung zur Eigenfürsorge muss den Sportlern – trotz Millionengagen – zugestanden und zugetraut werden.

Mens sana in corpore sano is a Latin phrase, usually translated as „a healthy mind in a healthy body“. The phrase is widely used in sporting and educational contexts to express the theory that physical exercise is an important or essential part of medntal and psychological well-being.

Gesunder Menschenverstand

Es gilt als vereinbart. Der gestählte Körper will auf die Belastungen im Profisegment gut vorbereitet sein. Die Sportler tun alles dafür, physisch ihre Bestform zu erreichen, zu halten und zu optimieren. Spielwitz und Kreativität allein reichen nicht, um auf internationalen Terrain des Leistungssports Schritt zu halten. Die körperliche Fitness wird von niemandem in Frage gestellt, wenn es darum geht auf Weltklasse-Niveau zu punkten.

Dabei wird es nicht nur im Fußball immer wichtiger, seine mentale Leistungsfähigkeit zu trainieren. Auch in der (manchmal nicht) ganz normalen Berufswelt. Persönliche Resilienz zu stärken, also über die Widerstandsfähigkeit zu verfügen, um auf außerordentliche Belastungen angemessen vorbereitet zu sein, sollte Teil jeder Persönlichkeitsentwicklung sein. Was wie ein Imperativ klingt, einmal mehr einem Postulat der Gesellschaft der Selbstoptimierung zu entsprechen, ist mehr als Empfehlung gemeint, sich des gesunden Menschenverstandes zu bedienen, auf sich und andere acht zu geben. Bildung ist hier ein Schlüssel. Notfalls muss auf einen Mangel aktiv eingegangen werden, ohne darin nur ein persönliches Manko zu erkennen.

In zukünftigen Gesellschaftsformen wird es wichtiger sein, die mentale Fitness nicht mehr dem Zufall zu überlassen oder zu hoffen, die geistige Leistungsfähigkeit folge automatisch einem körperlich betonten Training. Wenn wir heute auch wissen, dass Sport ein geeignetes Anti-Depressivum sein kann, gilt der im Grundgesetz festgeschriebene Satz: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit“, ganz sicher auch für den Geist.

Und dieser Anspruch auf körperliche Unversehrtheit auf mentaler Ebene wird nicht durch Gagen in Millionenhöhe kompensiert. Das sei den 80 Millionen Bundestrainern, die über ein mehr oder weniger deutsches Durchschnittsgehalt verfügen, ins Gewissen geschrieben.

Überdurchschnittlich körperlich betontes Training gilt als Voraussetzung, sich im Profisport leistungsgerecht zu etablieren. Wir sollten nicht davon ausgehen, dass eine mentale Leistungsfähigkeit ohne weiteres Training auskommt.

Deshalb plädiere ich, der Leistungssport möge als Vorbild für mentale Arbeit auf die Gesellschaft von Morgen zurückwirken und sich nicht selbst vergessen von der Menschenwürde verabschieden. Das ist heute nicht gesund und macht uns morgen als Gesellschaft empfänglich für ganz andere Dimensionen von krank.

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Die Anwesenheit des Internets als exogene Quelle für Veränderung und Wandel lässt die Gesundheitsbranche bedrohlich, unangenehm und teils überfordert aus der Stresstoleranz kippen. Deshalb findet man Frank Stratmann im Netz unter dem Pseudonym betablogr.
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