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Novellierung des Geschäftsmodells Krankenhaus

Roland Engehausen widersprach mir und es klang tatsächlich so, als verstehe er das Wort Geschäftsmodell als rein wirtschaftliches Konzept im Sinne einer Gewinnmaximierung.

Heute war ich zu Gast bei Gesundheitsökonomischen Gesprächen der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft in Ludwigshafen. Die Gespräche stehen in diesem Jahr unter dem Motto ADAPTIVE UND RESILIENTE GESUNDHEITSVERSORGUNG 2030 – UTOPIE ODER WIRKLICHKEIT?

Meine Keynote (online) wurde thematisch und zeitlich vor Roland Engehausen, dem neuen Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG) gelegt. Der nahm sich seinerseits meine Ausführungen zur Novellierung des Geschäftsmodells von Gesundheitseinrichtungen an. Auch das Krankenhaus muss seine Rolle am Markt überdenken.

Roland Engehausen widersprach diesem Aspekt und es klang tatsächlich so, als verstehe er das Wort Geschäftsmodell als rein wirtschaftliches Konzept im Sinne einer Gewinnmaximierung. Ich freue mich persönlich, dass er Krankenhäuser nicht nur nach ihrer wirtschaftlichen Kraft beurteilt. Ich hatte zuvor schon deutlich gemacht, dass ich die Innovationskraft einerseits finanziell, aber vor allem kulturell als schwierig empfinde.

Ich habe ihm dann im Chat folgendes geantwortet:

Novellierung des Geschäftsmodells Krankenhaus muss nicht heißen, vor allem Gewinne durch ein neues Konzept maximieren zu wollen. Veränderungen im Geschäftsmodell eines Krankenhauses beschreiben zunächst, wie sich das Wertangebot anpassen kann, damit die Bedürfnisse der Patientensegmente noch besser getroffen werden. Ein unterfinanzierter, weil in den DRG unberücksichtigt belassener Aspekt ist z.B. das Leisten von Orientierung. Orientierungsleistungen zeigen derzeit vor allem auf die Leistungserbringung selbst. Der Patient soll im Sinne des Krankenhauses mitmachen.

Krankenhäuser werden sich deshalb künftig verstärkt die Frage stellen, welche Art von Gesundheitsbeziehungen möchte ich mit meinen Peers haben und mit welcher Güte gestalten wir das? Wie kann ich pre- und post-stationär eine bedeutsame Rolle im Leben der Menschen spielen, die mein Krankenhaus bevorzugen.

Frank Stratmann bei den Gesundheitsökonomischen Gesprächen der HWG LU

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Die Anwesenheit des Internets als exogene Quelle für Veränderung und Wandel lässt die Gesundheitsbranche bedrohlich, unangenehm und teils überfordert aus der Stresstoleranz kippen. Deshalb findet man Frank Stratmann im Netz unter dem Pseudonym betablogr.
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