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Smart Praxis: NHS verbietet Faxgerät in der Versorgung

In Großbritannien haben sich Ärzte dafür eingesetzt, das Faxgerät aus dem Alltag der Versorgung zu verbannen.

In Großbritannien haben sich Ärzte dafür eingesetzt, das Faxgerät aus dem Alltag der Versorgung zu verbannen. Die Regierung ist beeindruckt und reagiert mit einem zweistufigen Verbot. Zunächst dürfen keine neuen Geräte mehr angeschafft werden. Ab April 2020 sollen dann alle Altgeräte aus der Versorgungslandschaft vertrieben werden.

Das erste Verbot tritt schon nächsten Monat in Kraft. Die Vereinigung aus Chirurgen (Royal College of Surgeons) hatte bereits im Sommer an die 9..000 Faxgeräte im NHS zählen lassen. Mutmaßlich einer der niedrigsten Stände in Europa. Denn im deutschen Gesundheitswesen kommen wir sicherlich auf annähernd sechsstellige Nutzerzahlen von Faxgeräten. Das Argument der Chirurgen zielt auf die Patientensicherheit, die mit dem Faxgerät ad absurdum geführt werde. 

Doch auch das britische Gesundheitssystem NHS scheint am Fax zu hängen. Obwohl die Initiative von Ärzten ausging, das Fax zu verbieten, darf eine Therapeutin zitiert werden.

You would not believe the palaver we have in the work place trying to communicate important documents to services.

Rebecca McIntyre from Manchester, kognitive Verhaltenstherapeutin

Das staatliche Gesundheitssystem Großbritanniens empfiehlt jetzt die verschlüsselte E-Mail als bevorzugten Weg der Übertragung von Gesundheitsdaten. Eine zentralisierte Gesundheits- oder Patientenakte gibt es in Großbnritannien noch nicht. In Deutschland hinkt das staatliche Projekt rund um die elektronische Gesundheitskarte, weil die eingesetzte Technologie aus der Zeit gefallen ist. Allein die Telematikinfrastruktur wird jetzt eingeführt. Derzeit würden rund 100 Praxen pro Tag angeschlossen, berichtete im Oktober Hamburgs Gesundheitssenatorin Prüfer-Storcks beim 2. E-Health Day der Gesundheitswirtschaft in Hamburg.

Längst etablieren sich durch Krankenkassen finanzierte Gesundheitsakte, die wie im Falle von Vivy gleich als Plattform auftreten und nicht nur für die Verwaltung von Gesundheitsdaten in virtuellen Ordnern werben. Aber auch die einfache Übertragung von Gesundheitsdaten zwischen Arzt und Arzt oder Arzt und Patient sind heute unkompliziert durch verschlüsselte, in der Praxis einfach anzuwenden Option, möglich. 

Im Juni 2019 findet in Hamburg ein Barcamp in Kooperation mit der Gesundheitswirtschaft Hamburg statt, das sich im Speziellen den Digitalisierungsbemühungen im ambulanten Sektor annehmen will. Interessierte Ärzte und Experten sollten sich der HEALZZ.community anschließen. Dort wird in Kürze ein Safe The Date veröffentlicht und erste Hintergrundinformationen. Und dort werden wir ganz sicher über Strategien sprechen, wie einem gesunden Austausch von Daten in der Versorgung begegnet werden kann.

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Die Anwesenheit des Internets als exogene Quelle für Veränderung und Wandel lässt die Gesundheitsbranche bedrohlich, unangenehm und teils überfordert aus der Stresstoleranz kippen. Deshalb findet man Frank Stratmann im Netz unter dem Pseudonym betablogr.
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