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Süddeutsche Zeitung über virtuelle Krankenhäuser

Kurze Rede, langer Sinn (tl;dr)
Bereits im letzten Jahr gab ich der Süddeutschen Zeitung ein Interview zu den realen Chancen virtueller Krankenhäuser oder Hospitäler.

Bereits im letzten Jahr gab ich der Süddeutschen Zeitung ein Interview zu den realen Chancen virtueller Krankenhäuser oder Hospitäler. Jetzt sind meine Antworten auf Fragen, die mir Eva Werner gestellt hatte, in einem Artikel eingeflossen, der im Rahmen einer Sonderbeilage „Branchen im Umbruch“ erschien.

In dem Artikel wird zunächst ein fiktives Szenario geboten, das eine alltägliche Situation von heute in das Notfallgeschehen von 2030 transferiert. Der Leser wird quasi eingestimmt, welche Bedeutung Daten in der Medizin in den nächsten knapp 10 Jahren bekommen dürften. Die Fragen an mich und der Artikel wohl auch sind vor der Coronakrise entstanden. Wahrscheinlich haben sie nicht nur Ihre Gültigkeit behalten, sondern durch die Krise noch eine Aufwertung erfahren. Derzeit diskutieren die Fachkreise fleißig über die Datenspende und Tracking per App.

Der Artikel mutmaßt, dass Krankenhausaufenthalte im Jahr 2030 deutlich kürzer sein dürften. Vielleicht erübrigen sie sich auch für heute noch notwendige oder akzeptierte Anlässe. Mit dem Fortschritt in der Medizin unter Beteiligung digitaler Technologien, verändert sich auch Krankheiten. So ist es denkbar, dass es nicht erst zum Äußersten kommen muss. So kann ein Krankenhausaufenthalt mehr vermieden werden. Derzeit bietet das System noch falsche Anreize. Das Fallpauschalensystem (DRG) gerät aber unter Corona einmal mehr unter Beschuss. Doch das Reaktionsvermögen deutscher Krankenhäuser beim Aufstocken benötigter Kapazitäten hat gezeigt, dass die Krankenhausstruktur angepasst werden muss. Zumal nicht mehr mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann, dass eine nächste Pandemie weitere 100 Jahre in der Zukunft liegt. Überbevölkerung und Klimawandel begünstigen Zoonosen und darauf wird sich das Gesundheitswesen der Zukunft vorbereiten. Noch ist es freilich zu früh, dazu etwas zu sagen.

Mit Blick auf die Virtualisierung des Gesundheitsgeschehens bei Kompensation von Krankheit, muss allerdings attestiert werden, dass es sehr wahrscheinlich gar nicht mehr anders gehen wird. Für den Arzt bedeutet das aber nicht zwingend, sich mit immer mehr mit Technologie zu umgeben, um darüber vielleicht andere Tugenden zu vergessen. Und so bringe ich im Artikel ein, dass der Arzt nicht zum Techniker werde. Vielmehr müsse er mehr zum Begleiter, Lotsen und Moderator werden und digi­tale Kompetenz haben, um Zusammenhänge zu verstehen.

„Minister Laumann plant kein Krankenhaus im heutigen Sinne, sondern eine vom Krankenhaus her gedachte ambulante Versorgung. Der ärztliche Erstkontakt soll virtualisiert werden. Eine medizinische Einrichtung, zum Beispiel ein Krankenhaus, wird immer dann einbezogen, wenn das nötig ist.“

Der Artikel von Eva Werner ist online zu finden und dieser Adresse. Diskutieren wir doch gern an dieser Stelle weiter. Bitte nutzt reichlich die Kommentarfunktion hier im Blog.

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