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Vernetzung, Zeit und Mut

Was wir heute als neu empfinden hat meist einen sehr langen Weg hinter sich. Natürlich brauchte es die Pioniere, die wir im Fall von Professor Zorn bis nach China fahren, um beweisführend zu arbeiten.

Für China war Deutschland eine Art Relais-Station und es geschah unter Beteiligung Deutscher Siemensmitarbeiter als 1987 die erste E-Mail ihren Weg über die große Mauer nach Deutschland nahm.

In einer Folge von Neuland, dem Podcast des Hasso-Plattner-Instituts (HPI), berichtet Professor Zorn über Erlebnisse rund um seine Beteiligung an dem Projekt: Wie das Internet nach China kam.

Man darf behaupten, die Chinesen haben was daraus gemacht. Was das sein kann, muss und wird nicht mit unseren westlichen Werten vereinbar sein. Tatsache ist aber, dass China als Entwicklungsland in konkreten Anwendungsszenarien mit dem damaligen Pionier USA gleichgezogen sein dürfte. In Entwicklungsländern (China damals) ist häufig das sogenannte Leapfrogging zu beobachten. Das freiwillige Auslassen oder Überspringen üblicher Entwicklungsstufen ist weltweit weniger zufällig als vielmehr Kalkül ganzer Nationen, um Anschluss an den Rest der Welt zu nehmen. 

Unter den launigen Bericht von Professor Zorn liegen für mich zwei Erkenntnisse, wenn ich an den Diskurs in sich verändernden Gesundheitsmärkten denke. Diese Märkte sind seit jeher auf Daten angewiesen, tun sich aber noch etwas schwer das Paradigma einer nicht aufzuhaltenden Vernetzung zu akzeptieren. Dabei ist die Vernetzung so alt wie die Menschheit selbst und der gesunde Menschenverstand hat uns immer dazu angehalten, kooperativ zu sein. Von den ersten Siedlungen über die Vernetzung der Hanse bis ins technologische Zeitalter der digitalen Vernetzung scheint die Richtung klar zu sein.

Erkenntnisse zur Vernetzung

  1. Neues passiert immer und immer ist jetzt. Was wir heute als neu empfinden hat meist einen sehr langen Weg hinter sich. Natürlich brauchte es die Pioniere, die wir im Fall von Professor Zorn bis nach China fahren, um beweisführend zu arbeiten. Vieles, was als Trend überzeichnet wird, verschwindet. Das gehört dazu. Aber eben nicht alles. Es lohnt sich vor dem Abwinken zu hinterfragen, seit wann ein Trend bereits unterwegs ist. So bekommen wir eine Ahnung zur Bedeutung einer Sache. Also Vernetzung braucht Mut.
  2. Im Interview zwischen dem Moderator und Professor Zorn ist mir aufgefallen, wie zufällig viele Dinge passiert sind, zu denen er heute befragt wird. Fragen wie: „Was haben Sie sich damals dabei gedacht?“ oder „Wie sind Sie ausgerechnet auf diese Idee gekommen?“ laufen ins Leere. Der Wissenschaftlicher Zorn berichtet von riesigen Portionen Spontaneität, die es brauchte, das bereits vorliegende Wissen anzuwenden. Einfach mal machen. Ergo. Vernetzung braucht Mut.

 

Viel Spaß beim Reinhören in die Folge 17 des Neuland Podcasts des Hasso-Plattner Instituts. Und ich wünsche viel Mut bei der Vernetzung.

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Die Anwesenheit des Internets als exogene Quelle für Veränderung und Wandel lässt die Gesundheitsbranche bedrohlich, unangenehm und teils überfordert aus der Stresstoleranz kippen. Deshalb findet man Frank Stratmann im Netz unter dem Pseudonym betablogr.
Mein Zeitgeschenk an Sie oder Dich. Ein Moment Aufmerksamkeit und Meinungsaustausch für Deine Themen. Gern als erste Kontaktaufnahme.

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